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Eine Geschichte,
wie sie auch bei mir, an meinem Hundesalon in Sendling,
geschehen könnte…
Das Gebüsch
Fips, Hemti und Schnecki, der Gattung gewordene Straßenhunde, streunten wie jeden Tag zusammen durch die Strassen und Gassen um Futter zu finden. Sie waren auf sich gestellt, ihre Besitzer hatten sie einfach aus dem Haus geworfen. Fips wurde zu groß, Hemti war zu rebellisch und Schnecki`s Besitzer wollten lieber in Urlaub fahren, da wurde Schnecki unbequem. Die 3 waren froh sich gefunden zu haben und dass sie sich so gut verstanden. Ein Rudel zu sein ist sicherer und jeder von ihnen wusste wo man was zum Essen bekommt, aber heute war nirgendwo etwas an den bekannten Plätzen zu finden.
Samstagabend, und dunkel war es auch schon. „Das wird eine hungrige Nacht“, meinten die 3, als sie so am Gehsteig saßen. Plötzlich sah Schnecki ganz weit vorn, in einem neuen, beleuchteten Laden, Menschen. „ Na, vielleicht ist da jemand, der freundlich ist und Mitleid mit uns hat“. Als sie so hintereinander zum Laden trotteten, in der Hoffnung, doch noch einen kleinen Happen für den Magen zu bekommen, konnte Fips schon die Leuchtreklame „HUNDESALON“ lesen. „Häh... was ist das?“ fragte Fips. Hemti drehte sich um: „ Woher soll ich das wissen? Hundesalon hin, Hundesalon her, ist mir egal ! ICH HABE HUNGER !“, knurrte er griesgrämig zurück. Schencki lachte und sagte zu dem knurrigen Hemti: „ Also, ich weiß schon was ein Hundesalon ist. Da werden die Hunde gebadet, frisiert und hübsch gemacht. Damals, als ich noch ein zu Hause hatte, wurde ich auch einmal dort hingebracht… sie seufzte leise, ohh… was war ich da ein schöner Pudel.“ Die zwei Lümmel kniffen die Augen zusammen und Hemti meinte ganz verliebt: „ Schnecki, auch ohne Hundesalon bist Du eine Schönheit, wenn auch mit Flöhen, aber ich mag Dich.“ Fips meinte nur: „Mir ist egal wie ich aussehe! Ich will nur nicht dauernd hungern müssen.“ Sie trotten weiter, jeder in seine Gedanken vertieft, zu dem Laden. In sicherer Entfernung blieben sie vor dem Hundesalon stehen, denn die Tür öffnete sich. Frau Meier, mit ihrem stolzen Yorkshir Terrier, verließ eben den Hundesalon. Schön sah er aus und geduftet hat er, als er im weiten Bogen an ihnen vorbeiging, nur die Frau im Kittel blieb an der Tür stehen, wollte sie gerade wieder schließen, plötzlich sah sie die 3 und machte die Tür wieder auf. Mit sanfter Stimme stellte sie ein paar Fragen: „ Was ist mit Euch? Wollt Ihr auch zu mir? Warum seid Ihr allein? Oder habt Ihr Hunger?“ Fips und Hemti fühlten sich sofort verstanden, währenddessen Schnecki immer noch berauscht war von dem Duft, der aus dem Hundesalon kam.
Die Frau im Kittel meinte: „Ich glaube Ihr habt Hunger. Wartet mal“, und verschwand in den Hundesalon. Fips und Hemti gingen ganz vorsichtig etwas näher an den Hundesalon heran, schauten sich an und wußten, die Frau meint es gut. Als die Frau zurück kam, stellte sie ihnen drei Schüssel an die Tür vor dem Hundesalon, voll mit leckerem Futter und ging wieder zurück in den Salon, so dass sie in Ruhe und ohne Angst alles aufessen konnten. Es hat schon längere Zeit gedauert bis die Schüsseln leer waren. Schnecki hat sich sogar noch etwas übrig gelassen, aber Hemti, der kleine Vielfrass, hat es dann doch noch gefuttert. Eigentlich wollten sie sich noch mit einem Schwanzwedeln bedanken, aber das Licht war schon ausgeschaltet, der Hundesalon dunkel und die nette Frau nicht mehr zu sehen. Mit ihren jetzt kleinen vollen Bäuchen wollten sie nicht mehr zu weit gehen um sich ein Nachtlager zu suchen. Sie verkrochen sich gleich in das Gebüsch, das an der Ecke vom Hundesalon war.
Es verging eine ganze Woche. Täglich schauten sie an dem Hundesalon mit der netten Frau vorbei und sie konnten es nicht fassen ! Jeden Tag standen Schüsseln voll mit Futter an der Tür ! Es war fast wie damals…ein Schlaraffenland, eine Person, die sie mochte und die sich um sie kümmerte. Am liebsten hätten sie in dem Hundesalon von der netten Frau gewohnt.
Als an diesem Samstag die Frau wieder gegangen war, der Laden dunkel, gingen die 3 wieder ins Gebüsch zum Schlafen. Doch in dieser Nacht war ein seltsames Geräusch an der Tür vom Hundesalon. Fips steckte die Nase zwischen den Blättern der Äste hindurch. Er wußte sofort, dass das nichts gutes bedeutete „Ein Einbrecher !“ Sofort weckte er Hemti und Schnecki, und sie waren einer Meinung: „ Der muss weg, vertrieben werden.“
Die drei Zwerge bellten ganz fürchterlich, knurrten und Hemti riss sogar, ganz mutig, an dem Hosenbein des Einbrechers. Mit diesem Hundeüberfall hatte der Einbrecher wohl nicht gerechnet und verschwand so schnell er nur konnte. „Juhu !“ Die 3 freuten sich so und bellten noch eine ganze Weile weiter. Sie sahen es als ihre Pflicht an, der Frau zu helfen, die Ihnen das Leben verschönerte und sie konnten vor Aufregung nicht mehr schlafen.
Am nächsten Morgen kam die Frau wie üblich, Sonntag um 8:00 Uhr, um den Hundesalon zu putzen. Noch nicht mal die Tür ganz aufgeschlossen, kam ein Mann, der gegenüber wohnt und der den Vorfall beobachtet hatte und erzählte von den 3 mutigen Hunden aus dem Gebüsch. Die Frau wusste sofort das es nur Fips, Hemti und Schnecki gewesen sein konnte und ihr Blick war ganz gerührt und stolz. Am Liebsten hätte sie jetzt gerne die 3 gestreichelt und ihnen gezeigt wie lieb Sie sie hat. Nein, noch mehr, am allerliebsten hätte sie die Dreierbande bei sich aufgenommen. Sie hatte keinen Hund mehr, ihrer war vor einem halben Jahr gestorben. Diese Gefühle konnte Fips spüren und ging langsam aus dem Gebüsch, hin zu der Frau und wedelte. Die 2 Andern kamen nach, leckten sogar an der Hand der lieben Frau, was küssen bedeuten sollte.
Ganz leise sagte die Frau: „ Ich hätte Euch 3 so gerne bei mir. Wollt Ihr bei mir wohnen ? Wenn ja, dann kommt rein zu mir! Aber zuerst müssen wir Euer Fell von Flöhen und Filz befreien und einen schönen Haarschnitt verpassen. Schließlich seid Ihr die „Star´s“ im Hundesalon“. „ Ja“, dass wollten sie. Fips fand es zwar etwas überflüssig, aber er wollte natürlich seinen Freunden in nicht´s nachstehen.
Am Montagmorgen, als die erste Kundin mit ihrem Hündchen in den Hundesalon kam, staunte sie nicht schlecht.
Fips…ein wunderschöner Havaneser.
Hempti…ein gepflegter Mischling, wo man die Rasse nicht erkennen konnte
Schnecki…eine elegante reinrassige Pudelin.
Eine Hundefriseurin, die glückliche Augen hatte.
Als die Friseurin die Geschichte der Kundin erzählte, neigte sie dabei ganz liebevollden Kopf zu Schnecki, Fips und Hemti hinüber, und die 3 wußten, hier wurden sie geliebt und hatten ein neues zu Hause gefunden..
Einigen Monate vergingen. Die Hundesalonbesitzerin und ihre Süßen lebten ein wunderschönes Leben, mit viel gegenseitigem Respekt, so wie es auch sein sollte.
Nur Fips wollte einmal im Monat eine Nacht draußen in seinem Gebüsch übernachten, sozusagen als Ehrentag für ihr jetzt so gutes Leben.
Autor: @ Hundefrisoer-Bonny
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